Die Herausforderung und der Weg zum Ziel
Wenn Unternehmen neu bauen, entsteht Medientechnik oft als Nachgedanke: Raum für Raum, Gewerk für Gewerk, ohne verbindendes Konzept. Das Ergebnis sind Räume, die womöglich technisch funktionieren, sich aber alle unterschiedlich bedienen lassen und im Betrieb immer wieder zu Herausforderungen führen. Dass es auch anders geht, zeigt der neue Lechler Campus in Metzingen.
Nach dem Einzug in das neue Bürogebäude im Sommer 2025 folgte der zweite Bauabschnitt: Gebäude M6, das kommunikative Herzstück des Campus. Ein Versammlungssaal mit Bühne und drei Besprechungsräume, genutzt für Gästeempfang, Netzwerken, Kantine, Kulturveranstaltungen, Betriebsversammlungen, umrahmt von der beeindruckenden Wall of History des Unternehmens. So unterschiedlich die Nutzung, so klar die Anforderung: Ton, Bild und Medienübertragung müssen in jedem Szenario zuverlässig funktionieren, die Bedienung folgt in allen Räumen derselben Logik folgen und die Technik darf die Architektur und Optik nicht stören, sondern soll sie ergänzen.
Die nds war bereits im ersten Bauabschnitt an Bord und hat dort 30 Räume mit passender Medientechnik ausgestattet. Das Vertrauen und die Kommunikation auf Augenhöhe aus diesem Projekt bildeten die Basis für den Folgeauftrag. Was klein begann (wortwörtlich mit einem Flipchart) wurde zum Großprojekt über den gesamten Campus hinweg.
Für M6 übernahm die nds die gesamte Fach- und Werkplanung inhouse: Vom Kabel bis zur LED-Wand. Die Medientechnikabteilung arbeitete dabei mit 3D-Modellen und technischen Zeichnungen, sodass Lechler jede Entscheidung vorab räumlich nachvollziehen konnte. Eigens konzipierte Medienmöbel verbinden Optik und Funktion: Die Technik sitzt dort, wo sie gebraucht wird, ohne sichtbar zu dominieren. Begehbare Elemente machen alle Komponenten für den Service direkt zugänglich, sodass die Wartung ohne Demontage und ohne Betriebsunterbrechung ablaufen kann.
Ein Saal, viele Rollen
Der Versammlungssaal hat zur Aufgabe, Betriebsversammlungen, Kulturveranstaltungen und den Gästeempfang gleichermaßen tragen. Den optischen Mittelpunkt bildet eine 165 Zoll große LED-Wand von Maxhub mit kabelloser Bildübertragung und mehreren Vorschaumöglichkeiten. Für den Ton sorgt eine Funkmikrofonanlage mit Matrix-Audio-DSP von Shure, ergänzt durch eine Beam-Steering-Beschallungsanlage von Fohhn aus dem benachbarten Nürtingen, gefertigt auf Maß, sodass sie exakt auf Höhe der LED-Wand abschließt. Ein integriertes Multikamerasystem macht hybride Veranstaltungen zum interaktiven Erlebnis.
Bedient wird das System über eine Crestron-Mediensteuerung mit Touchpanel, die auch Licht, Jalousien und Vorhang miteinschließt. Wer den Saal nutzt, braucht kein Technikwissen, sondern lediglich das einfach zu bedienende Panel. Dieselbe Logik greift in den Besprechungsräumen. Der größte von ihnen ist als hybrider Konferenzraum für ca. 18 Personen ausgelegt. Ein motorisch höhenverstellbares 98 Zoll Display von Maxhub mit kabelloser Bildübertragung, Multikamerasystem von Huddly, Beam-Steering-Beschallung von Fohhn sowie Deckenmikrofon und Audio-DSP von Shure. Auch hier gilt: dieselben Bedienwege, dieselbe Signalführung, kein Umlernen von Raum zu Raum.
Ein Netz für den ganzen Campus
Unter der sichtbaren Technik liegt ein campusübergreifendes AVNetzwerk auf Alcatel Switches, ausgelegt für Dante und Video- Multicast. Die Audiosignalkette läuft nahezu vollständig digital über Dante, wodurch sich Signale frei routen lassen, unabhängig davon, in welchem Raum sie entstehen oder gebraucht werden. Das zahlt auf Flächen ein, die auf den ersten Blick nicht nach Medientechnik aussehen. Hintergrundmusik lässt sich kabellos in Foyer und Versammlungssaal übertragen. In der Ausstellungswand sitzt ein Präsentationsbildschirm mit einem auf Displayhöhe gefertigten Säulenlautsprecher von Fohhn, für Produkt- und Unternehmensvideos ebenso wie für Digital Signage. In der Kantine informieren weitere Digital-Signage-Displays und an mehreren Stellen im Gebäude stehen weitere interaktive Touchscreens bereit.
Mit der Inbetriebnahme endet das Projekt nicht. Über nubo.avcontrol, das hauseigene Monitoring der nds, wird die gesamte AVUmgebung in Echtzeit überwacht: Gerätestatus und Performance werden zentral analysiert, mögliche Störungen proaktiv gemeldet, bevor eine Veranstaltung davon betroffen ist. Mit der Eröffnung von Gebäude M6 im September 2026 ist das Konzept über beide Bauabschnitte komplett: 30 Räume im Bürogebäude plus Versammlungssaal und Besprechungsräume in M6, alle nach derselben Bedienlogik, gestalterisch integriert und über ein gemeinsames Netzwerk verbunden. Lechler erhält damit keine Sammlung einzelner Technikräume, sondern einen Campus mit einer durchgehenden Handschrift. Darüber hinaus ist durch ähnliche Denkweisen und gegenseitiges Vertrauen eine Partnerschaft entstanden, die Hand in Hand ein gemeinschaftliches Ziel umsetzten.
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